MONK OF THE SEA

ein Dokumentarfilm von Rafal Skalski

Thailand: Ein junger Student führt ein Leben voller Partys. Eines Tages entscheidet er sich, sein Dasein umzukrempeln und auf Zeit Mönch zu werden. Innerhalb von gerade einmal 15 Tagen will er nun sein Lebensziel finden und in einem Kloster leben.

TUM ist 25 Jahre alt und lebt in Bangkok. Er ist Student und aufstrebender Kickbox-Star in Thailand. Seine Nächte verbringt er auf Partys und wurde deshalb schon einmal von der State University verwiesen. Jetzt besucht er eine private Universität.

Es scheint aber, dass sein Ausgeh-Verhalten für Tum nur ein Mittel ist, um vor seinen Problemen zu fliehen.

Seine Familie, die weit entfernt auf dem Land wohnt, sieht er nur selten, Das macht Tum zu sehr schaffen, denn in Thailand sind familiäre Bindungen sehr stark und Kinder leben meist bei ihren Eltern bis sie ihre eigene Familie gründen.

Tum kennt unzählige Menschen, aber keiner von ihnen ist ein wahrhaftiger Freund. Er hatte viele Freundinnen, aber noch nie eine bedeutende Beziehung. Er spürt mehr und mehr, dass ihm eindeutig etwas fehlt und er sich entwickeln muss, um erwachsen und reif zu werden. Er hofft, dass er dafür genau das richtige Rezept gefunden hat – DAS KLOSTER.

70 Prozent der jungen Männer in Thailand werden Mönch “auf begrenzte Zeit” – nur für ein paar Wochen. Diejenigen, die es simpel und schnell hinter sich bringen wollen – da sie von ihrer Familie, ihrer Freundin oder ihrem Chef zu diesem Schritt gedrängt werden– wählen spezielle “City Wats” (Stadt-Kloster) für diesen Zweck. Doch Tum meint es ernst und sucht einen ganz speziellen Ort für seine Weihe: das Wat Khun Samut Trawat (Kloster des Sohnes des Meeres). Ein Kloster, das in ein paar Jahren untergehen wird – denn es befindet sich im Meer. Es wurde vom Meereswasser überflutet, denn der Wasserstand steigt von Jahr zu Jahr. Alle Gebäude wurden angehoben und auf Holzblöcke gesetzt. Alle, außer der Tempel, der Bot, selbst–. Jede Nacht während der Flut werden die Fundamente des Bot bis zu 1,5 Meter hoch geflutet. Damit die Priester nicht im Wasser sitzen, wurde der Boden des Tempels höher gebaut– was dazu führt, dass er sich nun auf halber Höhe der Fenster befindet und man nur noch nach Außen schauen kann wenn man sich bückt. All diese Umstände machen aus dem Tempel einen ganz besonderen, eigenartigen und magischen Ort.

Auch der höchste Mönch in Wat, ABBOT, ist eine ganz besondere Person. Er baut alle neuen Gebäude noch weiter ins Meer hinaus anstatt vor der Flut zu fliehen. Für die Bewohner des Wat Khun Samut Trawat ist dies das Symbol für Leid und Durchhaltevermögen (Tugenden der buddhistischen Philosophie). Abbot, der eine wichtige Bezugsperson für Tum werden wird, lehnt das das Konzept des Mönches „auf kurze Zeit“ ab – entweder man ist für immer Mönch oder gar nicht; eine Zwischenlösung gibt es nicht. Er wird versuchen Tum dabei zu helfen, innere Ruhe zu erlangen. Dazu ist er unerlässlich, sehr bescheidenes Leben zu führen, ohne Stimulation und Unterhaltung.

Dies ist die Welt, die unser junger rastloser Mann aus Bangkok betreten wird. Wir möchten ihm in das Kloster folgen und gemeinsam mit ihm die Spiritualität erfahren, die er so dringend finden möchte. Wir möchten mit Tum so lange im Wat bleiben, wie er dort sein wird. Wie möchten Zeugen werden des Aufeinandertreffens von Tums Überzeugung, den richtigen Weg gefunden zu haben, und Abbots Skepsis dieser Idee gegenüber. Die wichtigste Frage bleibt bestehen: kann eine solche UNMITTELBARE SPIRITUALITAET sein Leben wirklich verändern?

MONK OF THE SEA

ein Dokumentarfilm von Rafal Skalski

DREHBUCH

Rafal Skalski
Deutschland 2016, 64 min

PRODUKTION

Centrala Film / INDI FILM GmbH

PARTNER

Polish Film Institute

FESTIVALS & MÄRKTE

Krakow Film Festival 2016
Locarno Film Festival 2016 - Semaine de la critique