
ÄGYPTEN - DAS RÄTSEL UM GRAB 33
ein Dokumentarfilm von Thomas Weidenbach
Ägypten. In der Nähe des Tals der Könige mit seinen Pharaonengräbern befindet sich ein geheimnisvolles Grab, dem die Archäologen die Nummer 33 gaben. Sein Erbauer hieß Padiamenope, auch Petamenophis genannt. Der Film begleitet die Straßburger Ägyptologen Claude Traunecker und Annie Schweitzer, die sein Grab öffnen durften und nun versuchen, das Rätsel um seinen Erbauer zu lösen.
Dies ist die Geschichte einer Expedition in eine geheimnisvolle Welt. Ägyptologen aus Straßburg, die zu den weltweit renommiertesten Forschern ihres Fachs zählen, werden Ende dieses Jahres das Grabmal des Petamenophis öffnen: das sagenumwobene Grab 33. Es ist das größte und prächtigste in der gesamten Nekropole Thebens, nur wenige hundert Meter entfernt vom Tal der Könige und dem Tempel der Hatschepsut. Obwohl Grab 33 schon seit langem bekannt ist, war es die letzten hundert Jahre fast immer verschlossen und wurde noch nie systematisch untersucht. Bis zum heutigen Tage vermochten die Wissenschaftler daher nicht die Rätsel zu lösen, die dieser unterirdische Palast birgt.
22 Räume, über hundert Meter lange Gänge, drei Stockwerke, verbunden über gefährliche Schächte, bis zu 20 Meter unter der Erdoberfläche - das sind die gigantischen Ausmaße von Grab 33. Gebaut wurde es vermutlich im sechsten Jahrhundert vor Christus für einen Beamten der 26. Dynastie, einen Schriftgelehrten. Viel mehr ist nicht bekannt.
Bereits den Gründer des Instituts für Ägyptologie in Straßburg, einen deutschen Professor, hatte das Grab 33 in seinen Bann gezogen, als er es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als einer der ersten Gelehrten zu sehen bekam. Ausgehend von seinen Aufzeichnungen, Plänen und Fundstücken, die noch heute in den Archiven des Instituts aufbewahrt werden, begeben sich seine Nachfolger auf eine detektivische Spurensuche in der Unterwelt Ägyptens. Die Expedition markiert daher auch das Ende eines Kapitels deutsch-französischer Geschichte. Französische Forscher vollenden das Werk, das ein deutscher Ägyptologe einst in Straßburg begann.
Wenn die Wissenschaftler die Mauer durchstoßen werden, die diesen mythischen Ort seit fast einem Jahrhundert verschlossen hält, hoffen sie, unentdeckte Räume und neue Schätze zu finden. Vor allem aber suchen sie Antworten auf all die Fragen, die Orientabenteurer, Schatzräuber und Ägyptenforscher seit Jahrhunderten beschäftigen:
Wer war der Erbauer, das er sich eine so außergewöhnliche Grabstätte errichten konnte? Warum dieser Aufwand für jemanden, der kein Pharao war? Was haben die unzähligen, reichhaltigen Hieroglyphen und Zeichnungen, die das Grab wie kaum ein anderes schmücken, zu bedeuten? Helfen sie dabei, die Geheimnisse um die faszinierenden Totenzeremonien der Ägypter zu lüften? Welche Funktion hatte Grab 33? War es vielleicht gar keine reine Bestattungsstätte, sondern eine öffentlich zugängliche Bibliothek, gar das erste Museum der Welt?
Exklusiv wird diese Dokumentation eines der großen Abenteuer der Ägyptologen begleiten - von den intensiven Recherchen und Vorbereitungen über die mehrwöchigen Ausgrabungen bis zu den ersten Auswertungen. Ein aufwendig gedrehter Film, ebenso informativ wie unterhaltend, ganz nah bei den Forschern und ihrer spannenden Arbeit auf den Spuren der alten Ägypter und deren Totenkult.

ÄGYPTEN - DAS RÄTSEL VON GRAB 33
Dokumentarfilm von Thomas Weidenbach
DREHBUCH
Thomas Weidenbach & Alexis Metzinger
Deutschland & Frankreich 2007, 52 min
PRODUKTION
SEPPIA / INDI FILM GmbH
FÖRDERUNG
MFG / Centre National de la Cinématographie / Région Alsace / Agence Culturelle d’Alsace / Communauté Urbaine de Strasbourg
PARTNER
SWR / ARTE / France 3 Alsace / La Chaine Histoire / Avro
