
SYNODALER WEG
ein Dokumentarfilm von Henriette Bornkamm und Heike Fink
Erfüllt der Synodale Weg die Hoffnung der Frauen auf Gleichberechtigung und einen strukturellen Wandel – oder spaltet der deutsche Sonderweg die Weltkirche? Wird bei einem etwaigen Scheitern des Synodalen Weges die Mehrheit der Katholik*innen aus der Kirche austreten? – Fragen, welche die Protagonistinnen in dieser Dokumentation versuchen zu klären.
Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie braucht die kath. Kirche Erneuerung. Im März 2019 haben die deutschen Bischöfe den Synodalen Weg beschlossen. In Diskussionen und Auseinandersetzungen u.a. mit Laien stellt sie sich der schweren Krise, die offenbar nicht abebbt; denn 2019 traten so viele Katholik*innen aus der Kirche aus, wie nie zuvor. Seit dem fulminanten Auftakt von MARIA 2.0 und ihrem Kirchenstreik im Mai 2019 kämpfen die in der Kirche verbleibenden Frauen unermüdlich für Geschlechtergerechtigkeit, Transparenz und einen Strukturwandel. Immer mehr Bischöfe und Priester sprechen sich für die Gleichstellung der Frau aus und brechen damit ein jahrtausendealtes Tabu. Dies spaltet die kat. Kirche: Während einige Bischöfe gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ZdK – entgegen dem ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus – den Synodalen Weg beschreiten, formieren sich Gegner in den eigenen Reihen: Die konservativen Hardliner (Woelki, Diesen, Voderholzer, Schwaderlapp, Oster) setzen auf Neuevangelisierung. Die anderen sind Reformer (Marx, Bode, Wilmer, Overbeck, Bätzing). Die Mehrheit schweigt. Wer wird sich durchsetzen? Zeitgleich kämpfen junge und alte, progressive und konservative katholische Christ*innen für den Erfolg des Synodale Wegs, er ist für sie eine Möglichkeit zur Kommunikation, auch zur kontroversen. Der Film begleitet diesen Prozess, sowohl aus der Perspektive unterschiedlicher Teilnehmer*innen und Forenmitglieder, als auch der Opposition. Denn die Münsteraner Keimzelle von MARIA 2.0 glaubt, der Synodale Weg, den die Kirche als progressiv inszeniert, sei Augenwischerei. Selbst wenn Reformen beschlossen würden, obliegt es jedem einzelnen Bischof, ob er sie annimmt. Zudem betreffen die meisten Fragen, z.B. die Priesterinnenweihe, die Weltkirche. Und nach den vagen Ergebnissen der Amazonas-Synode in Rom im Herbst 2019 ist es mehr als fraglich, ob der Vatikan jemals eine neue „Reformation“ aus Deutschland akzeptiert. Daher haben sie sich ihm nicht angeschlossen.
Der Synodale Weg begann am 1. Advent 2019 und endet im März 2022. Ist er eine reale Hoffnung auf Geschlechtergerechtigkeit und Reform oder eine Nebelkerze?
SYNOADALER WEG
ein Dokumentarfilm von Henriette Bornkamm und Heike Fink
Deutschland 2023, 45 min
DREHBUCH
Henriette Bornkamm und Heike Fink
PRODUKTION
INDI FILM GmbH
PARTNER
SWR
