
RICHTER: LEBENSLÄNGLICH begleitet drei Richter durch ihren Arbeitsalltag. Der Film dokumentiert den Prozess ihrer Entscheidungsfindung und ihren Umgang mit Zweifeln und Vorurteilen anhand von realen Fällen. Auch die Angeklagten, die mit diesen Entscheidungen leben müssen, machen sich ein Bild von ihren Richtern.
Jugendrichterin Ruth Sieveking ist seit 30 Jahren im Amt und gilt als „Die Mutter des Amtsgerichts“. Auch bei den jugendlichen Straftätern genießt sie hohes Ansehen, selbst wenn die Strafe mal härter ausfällt. Engagiert kämpft die 58-jährige für richterliche Unabhängigkeit und gegen Kritik von Medien und Politik.
Für Proberichter Lars Fricke steigt der Druck. In wenigen Wochen endet seine Probezeit, dann wird sich entscheiden, ob er zum Richter auf Lebenszeit ernannt wird oder nicht. Für ihn ist Richter ein Traumberuf mit „der Freiheit eines Künstlers und der Sicherheit eines Beamten“.
Richter a. D. Rüdiger Warnstädt war zu Amtszeiten ein kontroverser und viel zitierter Amtsrichter. Er machte den Gerichtssaal zur Bühne. „Der ungekrönte König vom Amtsgericht“ reist seit seiner Pensionierung als Autor von einer Lesung zur nächsten und berichtet aus seinem reichen Erfahrungsschatz.
Lothar, 19, aus Schöneberg ist der schweren Körperverletzung angeklagt. Dieses Mal kommt er wahrscheinlich nicht ohne Haftstrafe davon. Besondere Sorgen macht ihm aber die Tatsache, dass die Verhandlung nicht von Frau Sieveking geführt wird, die er schon gut kennt, sondern von einem fremden Richter.
Den persönlichen An- und Einsichten der Richter gegenüber stehen die Erwartungen des Bürgers an das Urteil und die Folgen, die sich aus dieser Entscheidung ergeben.
So entsteht ein facettenreiches Bild der Menschen, auf die wir, die Bürger, bei der Suche nach Gerechtigkeit im Gerichtssaal treffen.
Mitwirkende:
Ruth Sieveking, Dr. Lars Fricke, Rüdiger Warnstädt, Lothar, Jelal und Dennis
Buch:
Sonia Otto und Dietmar Ratsch
Regie /Kamera:
Dietmar Ratsch
2. Kamera:
Marcel Reategui
Regieassistenz:
Sonia Otto, Anne Demmer
Ton:
Anne Demmer, Jan Grünfeld, Philipp Weigold, David Schauffert, Max Preiss
Montage:
Jochen Frank
Schnittassistenz:
Max Preiss, Jan Grünfeld, David Schauffert
Dramaturgische Beratung:
Ana Rocha-Fernandes, Torsten Truscheit
Musik:
Jens Grötzschel
Band „ Just married“
Lars Fricke und Riccardo Amato
Tonmischung:
Max Preiss, Oliver Neumann
Sprecherin:
Eva Rink
Gerichtszeichnungen:
Benjamin Kniebe
Produktionsleitung:
Jochen Dickbertel (SWR), Eva Rink (INDI FILM)
Produzent:
Arek Gielnik
Redaktion:
Gudrun Hanke El Ghomri
23.06.2008
23.15 Uhr im SWR Fernsehen
12.01.2009
23.45 Uhr im NDR